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Peer-Feedback - Feedback auf Augenhöhe

Peer-Feedback als Führungsinstrument: Klassische Mitarbeitergespräche haben ausgedient. Sie dienen nicht wirklich als Austauschmöglichkeit, sondern sind oftmals ein Managementinstrument zur Beurteilung von Mitarbeitern. Zudem finden solche Feedbackgespräche meist nur sehr selten, oftmals nur einmal pro Jahr statt.

Welche Möglichkeiten gibt es also, regelmäßig konstruktives Feedback zur persönlichen Entwicklung zu bekommen und somit zum Unternehmenserfolg beizutragen? Eine Möglichkeit ist das sogenannte Peer-Feedback.

Peer-Feedback - Feedback auf Augenhöhe

Der Begriff „Peer“ bzw. „Peergroup“ bezeichnet das Konzept der primären, sozialen Bezugsgruppe eines Menschen, die wesentlich dessen Lebenswelt prägt. Der Begriff wird auch gleichbedeutend als Interessengruppe verwendet, der eine Verbindung von Menschen für eine bestimmte Zeit durch gleiche Interessen beschreibt, wie den Mitarbeitern in einem Unternehmen.

Was ist Peer-Feedback?

Peer-Feedback (auch „Peer to Peer Feedback“ genannt) ist eine Feedback-Methode zur Stützung des selbstständigen Lernens, bei der Mitarbeiter und Kollegen, um Feedback gebeten werden. Ein Peer-Feedback beinhaltet Korrekturen, Meinungen, Vorschläge und Ideen der Feedback-Geber. Es handelt es sich um einen Prozess in zwei Richtungen, bei dem einer mit dem anderen zusammenarbeitet.

Welche Vorteile bietet Peer-Feedback?

1. Regelmäßiges Feedback

Während klassische Mitarbeitergespräche meist nur einmal im Jahr stattfinden, legt Peer-Feedback den Fokus auf kontinuierliches Feedback in kürzeren Zyklen.

2. Schnelligkeit

Klassische Mitarbeitergespräche werden mit dem Vorgesetzten, Teamleiter oder der Personalführung durchgeführt – ein klassisches Bottleneck. Peer-Feedback wird mit den Kollegen und Mitarbeitern durchgeführt und lässt sich daher einfacher und schneller organisieren.

3. Besseres inhaltliches Feedback

Wer kann dir besseres Feedback als deine Kollegen geben, die täglich mit dir arbeiten? Vermutlich niemand. Deswegen bekommst du mit Peer-Feedback auch die inhaltlichen Rückmeldungen von Personen, die auch regelmäßig dein Wirken erleben und einschätzen können.

4. Vielfältiges Feedback

Im klassischen Mitarbeitergespräch bekommst du lediglich von wenigen Personen Feedback. Beim Peer-Feedback bist du als Feedback-Nehmer frei in der Wahl der Personen, von denen du Feedback einholen möchtest. So kannst du Rückmeldungen in verschiedenen Bereichen bekommen, indem du die jeweiligen Personen dazu ansprichst.

5. Wertschätzung durch Kollegen

Rückmeldungen von Menschen, mit denen du täglich arbeitest, haben einen hohen Stellenwert. Es tut gut, Feedback von Personen zu bekommen, mit denen du aktiv arbeitest.

Wie funktioniert Peer-Feedback?

Beim Peer-Feedback gibt es den Feedback-Nehmer, also die Person, die das Feedback entgegen nimmt. Es gibt mehrere Feedback-Geber, die dem Feedback-Nehmer Rückmeldungen geben.

Peer-Feedback durchführen

1. Organisation

Der Feedback-Nehmer organisiert den Peer-Feedback-Termin eigenständig und lädt 3-5 Teilnehmer zu diesem Termin ein. Idealerweise erfolgt die Einladung ungefähr 14 Tage vor dem eigentlichen Termin, damit die Feedback-Geber genügend Zeit haben, sich auf den Termin vorzubereiten. In der Einladung macht der Feedback-Nehmer deutlich, warum er die jeweilige Person eingeladen hat.

2. Vorbereitung

Folgende Schritte sind durchzuführen:

  1. Einladung zum Termin verschicken
    Du kannst gerne die E-Mail-Vorlage am Ende des Beitrags verwenden: Zur E-Mail-Vorlage
  2. Falls nötig, Raum buchen
  3. Plakat vorbereiten (siehe oben)

Falls du diese Feedback-Methode zum ersten mal benutzt, dann probiere diese einfachen Fragen:

  1. Was kann <Name> gut?
  2. Wo hat <Name> Entwicklungspotenzial?
  3. Was macht <Name> besonders/einzigartig?

3. Ablauf des Feedback-Gesprächs

Jede Frage wird der Reihe nach von jedem Feedback-Geber beantwortet. So bekommt der Feedback-Nehmer zu einer Frage das geballte Feedback und kann sich ggfs. Notizen machen. So werden die Fragen dann der Reihe nach abgearbeitet. Nachfragen zum Verständnis für den Feedback-Nehmer sind natürlich erlaubt.

Nicht erlaubt/empfohlen sind Diskussionen und Rechtfertigungen. 

Am Ende des Termins lohnt sich eine Reflexion der Methode des Peer-Feedbacks, gerade für Kollegen und Mitarbeiter, für die das Vorgehen neu ist.

4. Nach dem Gespräch

Mit dem Gespräch ist das Peer-Feedback noch nicht abgeschlossen. Das Feedback dient als Basis für die persönliche Weiterentwicklung.

Was kannst du nun mit deinem gesammelten Feedback tun? Du kannst das Feedback in die persönliche SWOT-Analyse einbeziehen und deine Maßnahmen zur Weiterentwicklung identifizieren.

Alternativ kannst du dir jemanden suchen, der dich bei deiner Entwicklung basierend auf dem Feedback begleitet und unterstützt.

Nutze Peer-Feedback für deine Entwicklung als Scrum Master

Finde deine Entwicklungsmöglichkeiten als Scrum Master mit Peer-Feedback. Nutze die Rückmeldung deiner Kollegen und entwickle eine Strategie, um deine Skills und Fähigkeiten auszubauen. Lade dir dazu das Scrum Master Journal herunter.

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Tipps zum Peer-Feedback

Folgende Tipps machen es dir und deinen Kollegen einfacher Peer-Feedback zu etablieren:

1. Externer Moderator

Geballtes Feedback von einer Gruppe von Menschen zu bekommen, ist nicht einfach. Daher empfiehlt es sich gerade zu Beginn einen externen Moderator für das Peer-Feedback zu gewinnen.

2. Fragenpool entwickeln

Die obigen drei Fragen sind sehr allgemein gehalten und sind für das Kennenlernen der Methode hilfreich. Wenn man mit dieser Feedback-Methode vertraut ist, empfiehlt es sich einen Pool an Fragen zu sammeln, auf den alle Kollegen und Mitarbeiter zugreifen können. So lassen sich zukünftige Termine schneller vorbereiten.

3. Feedback-Regeln festlegen

Lege vor dem Termin Regeln zum Geben und Nehmen von Feedback fest und mache diese Regeln explizit, z.B. in Form eines Plakats. So kennen alle Teilnehmer die Rahmenbedingungen.

Fragenpool für Peer-Feedback

Hier ein paar Fragen als Inspiration für deinen Fragenpool:

  1. Wie beschreibst du die Entwicklung von <Name> in den letzten Monaten (hilfreich für neue Mitarbeiter)?
  2. Was hat <Name> im Projekt xyz besonders gut umgesetzt? Was ist dank ihr/ihm gut gelaufen? 
  3. Was hätte <Name> im Projekt xyz anders/besser machen können?
  4. Wo siehst du mein Entwicklungspotenzial?
  5. Welche meiner Stärken schätzt du besonders?
  6. Was macht mich in deinen Augen einzigartig für das Unternehmen?
  7. Was fandest du an unserer Zusammenarbeit beim Projekt xyz besonders hilfreich? Wo siehst du hier Verbesserungsmöglichkeiten?
  8. Was sind Stärken von <Name>? Wann und wie zeigen sich diese Stärken?
  9. Gibt es eine Seite an mir, die ich deiner Meinung nach stärker entwickeln sollte?
  10. Gibt es Potenziale, die ich noch nicht ausschöpfe?
  11. Beschreibe eine Situation, in der ich deiner Meinung nach hätte besser agieren können. Was hätte ich anders machen können?
  12. Ist dir etwas an meinen Handlungen aufgefallen, was dich irritiert und mir so vielleicht nicht bewußt ist? Oder gibt es etwas in meinem Verhalten, dass ich verändern oder stoppen sollte?

E-Mail-Vorlage zur Einladung zum Peer-Feedback

Hallo zusammen,

ich möchte von euch Feedback bekommen, um mich persönlich weiterzuentwickeln. Dazu lade ich euch zum Peer-Feedback ein.

Peer-Feedback ist eine Feedback-Methode zur Stützung des selbstständigen Lernens, bei der Mitarbeiter und Kollegen, um Feedback gebeten werden. Details zu dieser Methode findet ihr hier: http://scrummasterjournal.de/ressourcen-scrum-master/peer-feedback/ 

Bitte bereitet folgende drei Fragen vor:

  1. Was kann ich gut?
  2. Wo habe ich Entwicklungspotenzial?
  3. Gibt es eine Seite an mir, die ich deiner Meinung nach stärker entwickeln sollte?

Ziel des Termins

  • Feedback für mich für meine Weiterentwicklung sammeln

Agenda

  1. Je Frage Feedback von euch Feedback-Gebern
  2. Reflexion der Peer-Feedback-Methode

Ich freue mich über eure Rückmeldung.

 

Viele Grüße

<Dein Name>