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Interview mit LeSS Coach Nils Bernert

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Interview mit LeSS Coach Nils Bernert

LeSS Coach Nils Bernert teilt seine Erfahrungen und Tipps & Tricks zu Scrum in diesem Interview.

Stell dich bitte kurz vor: Wer bist du, was machst du und wie bist du LeSS Coach geworden?

Ich bin Nils. Am Anfang nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik habe ich zunächst Software entwickelt. 2007 habe ich dann als Entwickler die Scrum Einführung miterlebt und war so begeistert, dass ich 2008 angefangen habe die Rolle des Scrum Masters zu übernehmen. Ich war seitdem immer in einem Umfeld, in dem mehrere Teams gemeinsam an einem Produkt gearbeitet haben.

Nils Bernert

2013 als ich zu Valtech kam, war ich dann an meiner ersten LeSS (Large Scale Scrum) Adoption mit dabei als Scrum Master & Agile Coach. Seitdem war ich in mehreren LeSS Adoptions und bin als Candidate LeSS Trainer gelistet, wofür ich gerade meine Case Study abschließe. Ich habe mit meiner Erfahrung auch die Voraussetzungen zum LeSS Coach erfüllt und die Zertifizierung erhalten.

Was war deine bisher größte Herausforderung als LeSS Coach und wie hast du sie gemeistert?

Ich finde da gibt es zwei unterschiedliche Dimensionen. Einmal ist es zu erreichen, dass die Mitarbeiter überhaupt Veränderungen in einer großer Organisation bewirken können. Das Zweite ist die persönliche Challenge des “Outcomes”, ob und wie man überhaupt Mehrwert für eine Organisation liefert, da man oft gefühlt immer einen Schritt nach vorne und zwei zurück macht und erst im nachhinein wirklich die Erfolge registriert, die von der Organisation geschaffen wurden. Ein Ansatz von mir ist, dann die Teams stark auf das Thema “liefern” bzw. “gemeinsam liefern” zu fokussieren und ihnen Praktiken an die Hand zu geben dies gemeinsam zu erreichen.

Was hast du für dich persönlich in deiner Rolle als LeSS Coach gelernt?

Man muss die Teams gerade am Anfang auch tatkräftig unterstützen, trainieren und bei neuen Entwicklungspraktiken anleiten. Es genügt nicht einfach nur Coach zu sein.

Welche Tools und Werkzeuge benutzt du regelmäßig für deine Arbeit?

Neben der üblichen Tools zur visuellen und haptischen Arbeit wie Whiteboards, Post-Its und physischem Sprint Backlog an der Wand nutzen wir gerade im LeSS Kontext oft auch beschreibbare statische “Whiteboard”-Folie auf der wir z.B. System Modeling machen können, um Systemzusammenhänge zu verstehen.

Für Forecasting und Backlog Visualisierung basierend auf dem Product Backlog benutzen wir aber auch schon mal ein eigenes Tool in Excel, in das wir regelmäßig JIRA Exports einlesen, um z.B. eine Cumulative Flow Diagram zu erzeugen oder um Time oder Scope Abschätzungen zu machen.

Welche Bücher, Podcasts oder andere Ressourcen haben dich beeinflusst?

Generell bin ich stark geprägt von den in LeSS explizit angesprochenen wichtigen Themen im Kontext der “Skalierung” (also agile Entwicklung mit mehreren Teams) wie z.B. System Thinking, Queuing Theory, Feature Team vs. Component Team Dynamiken, Auswirkungen des Contract Game zwischen Business und IT in den großen Organisationen.

Früher habe ich viele Bücher gelesen oder war auf sehr vielen Meetups. Heutzutage lese ich am meisten Artikel über Twitter und über die Google Gruppe der LeSS Trainer Kandidaten und den Slack von LeSS.

Welche 3 Tipps kannst du Scrum Mastern mit auf den Weg geben?

  1. Den Kontext und die Arbeitsweise des Teams verstehen, bevor man Änderungen anregt.
  2. Es geht nicht darum autonome Teams aufzubauen, sondern gemeinsam im Team und oft mit anderen Teams zu liefern und zusammenzuarbeiten.
  3. Eigene Redezeit and Redeanteil reduzieren und machen statt reden.

Was würdest du deinem früheren Ich mit auf den Weg geben?

Agile Entwicklungspraktiken / XP-Praktiken lernen und nutzen, damit man Teams später viel besser darin anleiten kann.

Mehr mitschreiben, visualisieren und reflektieren, um Lernen besser zu verankern.

In welche Richtung würdest du dich gern weiterentwickeln?

Früher hatte ich Interesse Richtung Lean Startup und Innovation, aktuell ist es mehr gute Umgebungen für Menschen schaffen, Interessen von Mitarbeitern und Unternehmen in Einklang zu bringen, Transparenz zu schaffen, also vielleicht in Richtung HR?

Wo stehst du in deiner agile Journey?

Um dich als Scrum Master zu verbessern, musst du wissen wo du stehst.

Mit dem Scrum Master Journal verschaffst du dir einen Überblick über deine aktuellen Skills und Fähigkeiten. Du identifizierst deine persönlichen Maßnahmen zur Weiterentwicklung, um deine Fähigkeiten als Scrum Master auf das nächste Level zu bringen.

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Wo kann man mehr über dich erfahren?

Typischerweise bei den LeSS Community Meetups in München. Oder direkt anschreiben.

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